Angela Merici

Angela Merici wurde als Kind armer Eltern geboren und schon mit 10 Jahren Vollwaise. Gemeinsam mit ihrer – bald ebenfalls sterbenden – Schwester wurde sie von einem Onkel aufgezogen. Als junges Mädchen trat sie den Kapuzinerinnen bei, wo sie sich vorrangig der Kindererziehung widmete.

Als etwa Zwanzigjährige erkannte sie, wie ungebildet die Kinder ihrer Heimat aufwuchsen: Schulen gab es nicht, die Eltern waren unwissend und maßen einer angemessenen Ausbildung kein besonderes Gewicht bei. In ihrem Heimatort konnte sie zunächst einige Freundinnen überreden, zusammen mit ihr eine Art regelmäßige Schule zu organisieren. Ob ihres Erfolges lud man sie 1516 nach Brescia ein, um dort Ähnliches zu versuchen. Mehr und mehr erkannte Angela, wie wichtig eine umfassende Bildung und Erziehung, gerade von Frauen, für das Wohlergehen der Familien und eine zivilisierte Gesellschaft ist.

In Brescia lebte Angela nach wie vor in strenger Askese. 1525 unternahm sie eine Wallfahrt nach Palästina, auf der sie die Berufung verspürte, eine Ordensgemeinschaft für Frauen zu gründen. Nach ihrer Rückkehr rief sie die “Gesellschaft der Ursulinen” ins Leben, benannt nach der heiligen Ursula von Köln – eine Gemeinschaft von Frauen, die sich ganz dem Dienst am Nächsten widmeten, sich an die Gebote der Ehelosigkeit, der Armut und des Gehorsams hielten, jedoch nicht in klösterlicher Abgeschiedenheit wohnten, sondern weiter ohne Gelübde und Klausur in ihren Familien lebten. 1535 bestätigte Papst Paul III. den Orden, dem Angela Merici ab 1537 als erste Oberin vorstand.
Wenige Jahre nach Angelas Tod wandelte sich die Gemeinschaft der Ursulinen in eine Klostergemeinschaft um. Bis heute sind die Ursulinen der größte Frauenorden, der sich je der Erziehung widmet.